Das Meer

Was den Meeresgrund und die Position innerhalb der Bocche di Bonifacio angeht, so besteht ein starker Hydrodynamismus. Dieser vereint sich mit der geringen Tiefe der Kanäle und den geringen Wasserspiegelveränderungen zu einer extremen Reinheit des Wassers. Die Färbung des Wassers reicht von Türkis über Smaragdgrün und Himmelblau bis zu einem dunklen Blau.
Auf dem Grund werden granitische Erosionsformen bewahrt, die während der letzten Vereisung 18 Ka B.P. aufgetreten waren. Diese Kombination von Faktoren ist sehr selten und bedeutet für diese Meereslandschaft weltweite Einzigartigkeit. Was die Meeres-Biozenosen angeht, so stellt die gemäßigte einheimische Fischerei keine Verarmungsgefahr dar. Allerdings hat sich die Situation in den letzten Jahrzehnten auf Grund des wachsenden Touristenflusses, stetiger Anankerungen und durch unkontrollierte Sportfischerei dennoch verändert.

Die bekanntesten Strände des Mittelmeers

Mit seinen 180 km an Küste hat der Archipel einige der bekanntesten und suggestivsten Strände des Mittelmeers. Dazu gehören insbesondere der Rosa Strand und der Cavaliere in Budelli sowie die Strände von Cala Coticcio, Relitto in Caprera, von Cala Corsara und von Cala Granara in Spargi. Die Einbuchtungen und Buchten verleihen der Landschaft Charakter und bilden unzählige natürliche, bewegte Ankerpunkte, was für die Schiffsfahrer auch unter besonderen Navigationsumständen eine gewisse Sicherheit bedeutet. Auch die Farben an den Buchten und Einbuchtungen haben die Welt dieses Archipels berühmt gemacht, besonders den Madonnenhafen, die Cala Corsara, den Strand von Cala Lunga in Razzoli, Santa Maria, und die Cala Coticciu.
Die Inseln des Archipels sind das Ergebnis von geologischen Prozessen, die mit der erkinischen Orogenese am Ende der paleozoischen Ära begannen. Es handelt sich um eine Aufeinanderfolge von langen Momenten der Kontinuität, die von revolutionären Phasen der marinen Regressivität in der mesozoischen und tertiären Ära abgewechselt werden, mit tektonischen Phänomenen der Erhebung und Senkung der gesamten Region. Bezeugungen hierfür stellen Erhebungen in Inselberg-Form, in Thor-Form, und terrassierte Oberflächen dar.

Der Rosa Strand

Michelangelo Antonioni wertete durch den Film "Die rote Wüste" (1964) den Farbeffekt des Rosa Strandes auf. Es war der erste Farbfilm des Regisseurs aus Ferrara (1964). Heute wird der Strand dank der Erhaltungssnormen des Parks komplett geschützt. Seinen Namen nahm der Rosa Strand von Budelli durch den hohen Anteil von Bioklasten an. Dieser kommt überwiegend von der Fragmentierung des Briozoi Skeletts, besonders der Miriapora truncata. Auch ist das Phänomen auf die Aufspaltung der rosafarbenen Miniacina miniacea in der Sedimentärkomposition des Sandes zurückzuführen. Diese Bioklasten entstehen überwiegend in der Posidonia oceanica-Praterie und ernähren den Strand über die Uferströme und Meeresgrundströme. Zehn Jahre nach Einführung des kompletten Schutzes und der Erhaltungsnormen, die Ankerungen am Ort untersagen, hat dieser weltberühmte Strand seine natürliche anziehende Färbung zurückgewinnen können.

Fonte: parks.it